Skitour Hängst (2092 m)
Zum Glück gibt’s das Entlebuch! Während das Flachland
im Nieselregen sein tristes Dasein fristete und die alpine Wetterküche
die Höhenlagen zwischen St. Bernard und Bernina in ein flauschiges
Wolkenkleid hüllte, braute sich doch tatsächlich über Sörenberg
eine blaue Störung zusammen. Statt auf den Brünig reiste die stattliche
Delegation aus Neudorf und zugewandten Orten also in das oft belächelte
Luzerner Voralpenland. Dieses präsentierte sich auch gleich von seiner
besten Seite. Der nächtliche Nebel hatte einen pittoresken Reif hinterlassen,
und bald nach Abmarsch am Parkplatz Hirsegg inszenierte die Sonne einen
Aufgang hinter dem mit 2’348m höchsten Luzerner, dem Brienzer
Rothorn. Der Freitag hatte uns sogar noch etwas Neuschnee beschert, und
so führte der Weg zuerst durch ein nordisch anmutendes Hochmoor und
schliesslich durch das wunderbar coupierte Karstgelände, das der Schrattenflue
im Sommer ihren ganz eigenen Charakter verleiht. Im Winter ist davon freilich
wenig zu sehen. Der Schnee war zwar bisweilen eher auf der klebrigen Seite,
was sich mit zunehmender Höhe aber entschärfte.
Auch der Nebel, der zuerst Anstalten gemacht hatte, sich an die Fersen der
Tourengruppe zu heften, verblieb dankenswerterweise im Tal. So war uns ein
Gipfelerlebnis auf dem Hängst (2’092 m) bei bester Rundumsicht
vergönnt. Da die Sonne aber bald schon mächtig heizte und der
Platz auf dem Gipfel sowieso knapp wurde, liess die muntere Michelsämter
Meute schon bald den Pulverschnee stieben. Die Vorfreude wurde nicht enttäuscht:
Im abwechslungsreichen Gelände auf einer schönen Neuschneeschicht
kam mächtig Fahrfreude auf. Der Baumslalom im unteren Teil fand dann
zwar schon auf etwas substantiellerem Schnee statt, das Leid hielt sich
aber in Grenzen.
Der freudigen Abfahrt logische Konsequenz: Bei der Alp Silwänge wurde
nochmal die Felle aufgezogen und ein paar weitere Höhenmeter abgespult.
Inzwischen hatte aber auch die Mittagssonne ihre volle Leistung erreicht.
Der Aufstieg sowieso, aber auch die Abfahrt, konnten in leichtem Tenü
bewältigt werden. Winterlich wurde es erst auf den letzten Höhenmetern,
als uns der Nebel doch noch erwischte – was aber dem allgemeinen Wohlbefinden
auch keinen Abbruch mehr tat.