01.-04.Februar 2026 (14 Teilnehmende; Organisation: Roland
Ziswiler)
Tourentage St. Antönien / Prättigau
Sonntag: Rotspitz, 2’516m
Wir starteten unsere Tourentage bei einem liebevoll zubereiteten Frühstück
à la carte und Maschinenkaffe im Marché Heidiland. Der Kaffee
war nötig, immerhin begann der Tag auch für Alpina-Massstäbe
rechtzeitig; in der Grauzone zwischen 05 und 06 Uhr. Die Vorfreude war offenbar
gewaltig, gemessen daran, dass alle drei Fahrzeuge ordentlich pünktlich
(15 min vor der Zeit) in besagtem Marché einrollten.
Nach Verschiebung ins St. Antönien-Tal, während welcher das Tourenziel
anhand der Schneelage revidiert wurde, stiessen wir alsdann vom Parkplatz
bei «Hinder Züg» ins Feld. Nach Norden geblickt, boten
die Hänge ein tristes Bild in herbstlichen Brauntönen. Nach Süden
jedoch, im Schatten der Grenzgipfel, kam weisses Funkeln und damit Zuversicht
auf.
Der Aufstieg führte uns als Teil einer Völkerwanderung, welche
derer der Spätantike gleichgekommen haben muss, durch reichlich verfahrenes
Gelände. Die ambitionierten Routiniers unter uns nutzten den Autobahn-Aufstieg,
um rassige Abfahrts-Alternativen auszuspähen. Die Fernerkundung wurde
indes durch eine zähe Wolkendecke erschwert.
Auf dem Gipfel des Rotspitz’ angekommen, wurde uns der aktuelle Stand
der Drohnentechnik vorgeführt, und dabei bewiesen, dass auch dieses
Handwerk gelernt sein will. À propos Handwerk: Das Gipfelkreuz ist
nachweislich solide gefertigt.
Als auch die letzte Bindung passend auf den Skischuh justiert worden war,
nahmen wir bei aufreissender Bewölkung und bessernder Sicht die Abfahrt
in Angriff. Prächtiger Pulver! So spassig war die Abfahrt, dass sich
eine Teilgruppe für einen Zusatzanstieg durch das Silbertälli
auf den Schollberg entschied. Über die aussichtsreichste Abfahrtsroute
von diesem bestand Uneinigkeit, und wir teilten uns deshalb wiederum auf
zwei verschiedene Hänge auf, frohlockten aber beider Orte im Pulverschnee.
Die Genussfahrer unter uns steuerten schon zuvor die kulinarischen Vorzüge
des Gasthofs «Sulzfluh» an. Nach der Abfahrt von Schollberg
stiessen auch die verbliebenen zwei Teilgruppen vereint zur Gaststätte,
wo alsbald bei Kuchen hitzige Diskussionen aufbrannten, welcher Hang denn
der schönere gewesen sei. Eine abschliessende Antwort konnte nicht
gefunden werden.
Dann noch kurz abfahren, Hotel beziehen, saunieren und die Bäuche vollschlagen.
So macht’s Spass und Vorfreude auf die nächsten Tage!
(Bericht: Julian, Raphael, Silvan)
Montag: Hasaflüeli, 2’411m
Heute starten wir bei Top Wetter direkt von unserem Hotel Madrisajoch. Der
Aufstieg zum Tagesziel Hasenflüeli (ca. 1'000 Höhenmeter) verläuft
dank hervorragender Schneeverhältnisse genussvoll. Kurz unter dem Gipfel
werden die Ski deponiert. Ein kurzes Kraxeln über felsiges Gelände
führt uns auf den Gipfel, wo wir mit einer traumhaften Aussicht belohnt
werden.
Bei der Abfahrt ins Gafiatal über zum Teil steile Hänge geniessen
wir den perfekten Pulverschnee. Und weil es so schön war, spuren Raphael
und Livio noch einmal rund 280 Höhenmeter den Hang hinauf, um das Adrenalin
ein weiteres Mal zu spüren.
Ein rundum perfekter Tag mit allem was das Skitourenherz höher schlagen
lässt.
(Bericht: Anita und Ursi)
Dienstag: Giraspitz 2’368m – Schafberg 2’456m
Was das Wetter heute bringt, ist etwas ungewiss, daher läuft die Tourenplanung
rollend. Ob Giraspitz oder Schafberg oder beide – die aktuellen Verhältnisse
sind mitentscheidend. Wir starten, wie schon am ersten Tag, beim letzten
Parkplatz ca. 1 km nach St. Antönien, überqueren bei Ronenegg
den Schanielabach und steigen auf der westlichen Talseite auf einer Alpstrasse
zum Mittelsäss auf. Hier fällt der Entscheid, vorerst den Giraspitz
anzupeilen. Beim Aufstieg ist die Sicht gut, obwohl da und dort Nebelschwaden
umhergeistern. Wie wir uns dann aber auf dem Gipfel für die Abfahrt
vorbereiten, geht der Vorhang zu. Etwa 200 Höhenmeter kämpfen
wir uns durch dicken Nebel den Berg runter. Einerseits müssen Sicherheitsabstände
eingehalten werden, anderseits darf man sich nicht aus den Augen verlieren.
Und so plötzlich wie er kam, ist der Nebel wieder weg. Auf ca. 2’000
m ziehen wir wieder die Felle auf und steigen bei durchgehend guter Sicht
zum Schafberg auf. Die Aussicht ist toll und die nahen Südwände
der Drusen- und der Sulzfluh sind beeindruckend. Bei der Abfahrt ist im
oberen Bereich wegen der Lawinensituation Vorsicht geboten. Nicht jeder
Hang kann bedenkenlos befahren werden. Dass die Hotelsauna heute nach der
Tour den Frauen zur Verfügung steht, ist dem Organisationstalent der
Männer geschuldet.
(Bericht: Beatrice)
Mittwoch: Jägglisch Hora, 2’289m
[Anm. der Red.: In einem bewundernswerten Anfall von Tatendrang wurden für
diese Tour gleich zwei Berichte geliefert. Da uns die Presse- und Meinungsfreiheit
sehr am Herzen liegen, sollen diese natürlich beide der Nachwelt erhalten
bleiben]
TOURENBERICHT 1
Nachdem die Taschen gepackt und die Zimmer abgegeben waren, ging es wie
immer skiclub-pünktlich einige hundert Meter mit dem Auto bergab zum
Startpunkt unserer letzten Tour. Nachdem die ersten rund 600 Höhenmeter
ab Schwendi/Au durch das Alpbachtobel bezwungen waren, machten wir im Bereich
Aschariner Alp eine kurze Pause.
Nach der Stärkung ging es via Fürggli aufs Jägglischhorn.
Von strahlendem Sonnenschein auf dem Gipfel kann für einmal leider
keine Rede sein. Die geschlossene Wolkendecke begleitete uns den ganzen
Tag.
Immerhin fanden auf der Abfahrt doch noch einige schöne Pulverschneehänge
vor, bevor es oberschenkelvernichtend auf der Strasse die restliche Strecke
zurück zum Ausgangspunkt ging.
(Bericht: Silvan und Julian)
TOURENBERICHT 2
Für den letzten Tag unserer Tourentage in St. Antönien ist schlechtes
Wetter prognostiziert. Glücklicherweise haben die Meteorologen in Zürich
den Föhn unterschätzt. Dieser drückt für uns die dunkle
Bewölkung weg. Das Prättigau überrascht uns also ein weiteres
Mal sehr positiv.
Die Tour startet auf rund 1’300müM und führt erst entlang
einem Bachlauf. Durch das Alpbachtobel wird das Gelände immer steiler
bis wir auf rund 1’900müM die Weiden der Aschariner Alp erreichen.
Von dort steigen wir die südliche Talflanke hoch und erreichen bereits
um 11.00h unser Tagesziel (ca. 1'000 Höhenmeter). Mit einem Gipfelfoto
und einer zügigen Abfahrt schliessen wir unsere Skitourentage ab.
Wir dürfen mit unserem Besuch im Prättigau sehr zufrieden sein.
Wir nutzten das gute Wetter und konnten in den 4 Tagen alle 7 Gipfel erreichen
(total ca. 5'000 Höhenmeter). Im Hotel Madrisajoch konnten wir uns
(dank Sauna) gut erholen und unsere Kameradschaft pflegen. So ist es schön,
unfallfrei, gesund und glücklich nach Hause zu reisen.
(Bericht: Ruedi)