04. Januar 2026 (16 Teilnehmer, Organisation: Patrick Kaufmann)
Rau Stöckli (2290 m) und LVS-Training
Nachdem an Weihnachten noch Wanderwetter war, brachte Silvester einen mächtigen Temperatursturz und das neue Jahr dann endlich auch Schnee. Das ganze Mittelland lag weiss und kalt da, und je weiter die Fahrt ins Muotatal hinein ging, desto tiefer sank das Thermometer. Beim Parkplatz im Bisistal wehten uns beim Aussteigen frostige -12°C entgegen. Dazu erwuchs uns auch gleich noch Konkurrenz: Ruedi machte uns die raren Parkplätze beim Saaliboden mit einer seiner SAC-Gruppe streitig – und nahm dann noch die gleiche Route unter die Skier. Zum Glück sind die Berge goss genug für friedliche Koexistenz.
Nach ein paar kurzen Turnübungen, um den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen, begann der Aufstieg durch Pulverschnee, wie man ihn sich erträumt. Es war nicht viel, ein solider Unterbau fehlte, aber er war da! Dazu blauer Himmel und in der ferne von der Sonne erleuchtete Berggipfel: Da frohlockt des Skitürelers Herz!
Der Aufstieg folgte der klassischen Route via Hoch Gaden (wo die beiden härtesten Hunde des Tages gerade in ihrem Zelt erwachten) und Ober Staffel. Mit zunehmender Höhe war dann unter dem Pulverschnee auch noch eine beruhigende Altschneeschicht zu erahnen, doch war das Geröll bei weitem nicht vollständig bedeckt. Ein Umstand, der später noch einem Ski zum Verhängnis werden sollte! In steileren Passagen hatte dieser Pulver auch die unangenehme Tendenz, auf dem Altschnee abzurutschen, was Spitzkehren etwas technisch machte und die Gruppe zu Vorsicht mahnte.
Da die Sonne anfangs Januar das Bisistal grundsätzlich meidet, blieb der Aufstieg ein stetes Frösteln, besonders in den (zum Glück raren und kurzen) windigen Passagen. Für Wärme sorgte ausladendes Schwingen der Arme und der starke 1. Lauf von Camille Rast im Slalom von Kranjska Gora, über das wir dank clubeigenem Liveticker informiert waren. Erst kurz vor dem Gipfel (inzwischen hatten uns die beiden Damen aus dem Biwak eingeholt) errichten uns die ersten Sonnenstrahlen. Die waren höchst willkommen. Die Gipfelrast auf dem Rau Stöckli (2’290m) gestaltete sich so unerwartet angenehm. Wir nutzen die angenehmen Bedingungen, um den Theorieteil des LVS-Trainings gleich abzuhandeln.
Die Abfahrt war ein Wechselspiel der Gefühle. Einerseits glitten wir sanft durch wolkengleichen Pulverschnee, andererseits war da immer die nagende Vorahnung der darunterliegenden Felsen. Ein paar Kratzer kassierte jeder Ski. Einer schlug ein bisschen härter auf und erlitt, was man in der Medizin wohl als «Grünholzbruch» bezeichnen würde. Aber erstens befand sich der Schaden am Ski (und nicht am Fahrer), zweitens liess er sich so weit geradebiegen, dass die Weiterfahrt möglich war, und drittens hat man ja dafür eine Sportgerätversicherung. Für Aufmunterung sorgte abermals Camille Rast mit einem fantastischen zweiten Lauf und dem wohlverdienten Sieg.
Beim Parkplatz absolvierten wir den zweiten Teil des LVS-Trainings: die Suchübung. Die Kälte war äusserst motivierend: Jeder rannte freiwillig so schnell es ging und schaufelte mit grosser Überzeugung. Alle LVS wurden gefunden, probehalber wurden mit der Sonde noch zwei Waden aufgespiesst – der Skiclub Neudorf darf sich also mit gutem Gewissen zu weiteren Touren aufmachen.