Tourengruppe Skiclub Alpina Neudorf

08. März 2026 (9 Teilnehmende; Organisation: Ruedi Hüsler)

Skitour Wildgärst (2891 m)


Zwitschernde Vögel, triefende Nasen – der Frühling naht; und damit klingelt der Wecker an Skitourentagen wieder etwas früher. Da es im Flachland aber schon länger warm ist, kommen als Tourenziele nur noch höhere Gefilde in Frage. Wir starteten um 7.00 Uhr in der Schwarzwaldalp (1’455m), ordentlich wachgerüttelt von der vereisten Holperpiste durch das Rychenbachtal. Angespornt von des Organisators Versprechen auf butterweiches Freeriding in endlosen Pulverschneehängen montierten wir zuerst einmal die Harscheisen, um im Aufstieg hoch zur Alp Breitenboden überhaupt eine Überlebenschance zu haben.
Ab etwa 2000m kehrte dann aber die Hoffnung zurück. Schnee lag noch reichlich. Die Sonne verbarg sich hinter einem Schleier aus Saharastaub, was sich in merklich kühleren Temperaturen niederschlug. Für den Aufstieg war das jedoch kein Nachteil und sobald die Sonne über der Staubschicht stünde, würde der Schnee wohl rasch etwas aufweichen. Mit dieser Hoffnung im Herzen erreichten wir den Sattel «Wart» (2’705m) – und fanden uns vor einer Steinwüste. Die Südflanke des Wildgärst schien komplett abgeblasen zu sein. Eine Fritz’sche Solo-Expedition über die Geröllhalde spürte zum Glück noch ein Schneefeld auf, dass uns rund 100hm näher an den Gipfel steigen liess. (Beim Schreiberling kamen dabei unangenehme Erinnerungen auf an spitze Steine, einen spektakulären Überschlag und den daraus resultierenden Einblick ins Innenleben seiner Ski. Da dieses Mal aber eine solide Unterlage vorhanden war, konnte er seine Angst im Zaum halten.)
Auf etwa 2’800m war dann endgültig Sackgasse. In steilem Gelände wurde ein Skidepot eingerichtet und die Skischuhwanderung begann. Im finalen Aufstieg zum Wildgärst (2’891m) überholten uns, sehr zu Rudis Leidwesen, zum dritten Mal zwei Einheimische. Dieses Rennen war verloren, sie erreichten den Gipfel vor uns. Da auf dem weiten Gipfelplateau aber sonst kaum jemand war, fanden auch wir noch ein Plätzchen, um das überwältigende Panorama des Berner Oberlands ausgiebig zu geniessen.
Inzwischen hatte die Sonne ihre Arbeit getan. Wir zogen die ersten Schwünge durch angenehm weichen Sulz. Beim Sattel hatte sich inzwischen eine stattliche Menschenmenge eingefunden – aber wir waren fast die ersten auf der Abfahrt und kamen in den Genuss unverfahrener Hänge. Unterhalb des Schwarzhorns wandten wir uns rechts weg von der Aufstiegsspur, hinein ins steile Tal entlang des Geissbach. Lawinenkegel links und rechts und sonst überall mahnten stets zur Vorsicht. In den schattigen Passagen unterhalb der Waldgrenze waren ein paar holprige Passagen und eine abenteuerliche Bachquerung zu meistern, bevor die Tour mit einer ruhigen Gleitpassage zurück zum Parkplatz ihr Ende fand.